Cine Tirol Film Commission
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Most wanted film "The Mountain Eagle" made in Tirol
Das British Film Institute (BFI) hat den Stummfilm "The Mountain Eagle" zum meistgesuchte Film der Welt ernannt und eine internationale Suchaktion nach diesem Werk begonnen - die Dreharbeiten für diese zweite Regiearbeit des Meisterregisseurs Alfred Hitchcock aus dem Jahre 1926 wurden im Tiroler Ötztal realisiert.

Das British Film Institute zählt zu den renommiertesten Filminstituten der Welt und hat sich der Dokumentation der internationalen Filmgeschichte in besonderer Weise verschrieben. Kürzlich wurde seitens des BFI der leider verschollene Stummfilm "The Mountain Eagle" - die zweite Regiearbeit des Meisterregisseurs Alfred Hitchcock aus dem Jahre 1926 - zum "most wanted of the most wanted films" ernannt, die Außenaufnahmen zu diesem Film entstanden zur Gänze im Tiroler Ötztal. Mit Hilfe eines "filmhistorischen Suchtrupps" im eigenen Team, durch Hilfestellungen anderer Filmarchive, Filminstitute bzw. Film Commissions und einen internationalen Aufruf hat das BFI einen erfolgversprechenden Versuch gestartet, diesen Film doch noch zu finden.

Einer kleinen Postkarte war es zu verdanken, dass Alfred Hitchcock 1926 das Tiroler Ötztal für seine Dreharbeiten auswählte. Für die Außenaufnahmen suchte er nach einem kleinen, romantischen Dorf in einer unberührten Bergwelt. Während der Vorbereitungen in München entdeckte Hitchcock in der Auslage eines Geschäfts eine Postkarte. Er fragte den Ladenbesitzer, wo denn das Dorf auf der Postkarte läge. "Obergurgl in Tirol", meinte dieser. Hitchcock machte sich mit seinem deutschen Assistenten sogleich auf den Weg dorthin. Mit dem Zug nach Innsbruck und dann mit einem offen Wagen über sieben Stunden ins Ötztal und von dort noch einmal zweieinhalb Stunden zu Fuß nach Obergurgl. Die beiden waren sich eigentlich schon einig, daß unter diesen Transportbedingungen kein Filmteam arbeiten konnte. Doch als die beiden Obergurgl erreicht hatten, war Hitchcock fasziniert. Er hatte gefunden, wonach er suchte. Ein kleines, idyllisch gelegenes Dorf mit schneebedeckten Bergen und grünen Wäldern fernab jeder modernen Zivilisation.

Alfred Hitchcock beschrieb in einem Interview die Herausforderungen, die während der Dreharbeiten im Oktober 1926 auftraten. Nach der damals sehr beschwerlichen Anreise ins Ötztal und dem Aufstieg nach Obergurgl suchte Hitchcock mit seinem Kameramann sofort die ersten Einstellung für die Außenaufnahmen aus. Doch als sie am Morgen aus dem Fenster ihrer Unterkunft blickten, lag eine dichte Neuschneedecke auf den am Vortag noch grünen Wiesen und Wäldern. Also entschloss er sich nach einigen Szenen im Schnee noch am selben Tag für den Abstieg nach Umhausen. Nun sollten dort die Aufnahmen gemacht werden. Doch am nächsten Tag lag auch hier Neuschnee. Der starke Schneefall zwang die Filmcrew zu Untätigkeit. Hitchcock hatte einen ganzen Sack Zitronen mitgebracht, und so musste er wenigstens nicht auf seine geliebte Limonade verzichten. Nach vier Tagen legte sich der Schneefall, doch Hitchcock war verzweifelt. Das ganze Tal lag unter einer dichten Schneedecke. Er musste etwas unternehmen: "Hier half nur noch eine Sache: wir mußten Tauwetter produzieren. Ich sprach mit den vier Männern, die die Freiwillige Feuerwehr von Umhausen bildeten und überzeugte sie davon, dass sie mit ihrer Feuerwehrpumpe den Schnee wegwuschen." Diese richteten ihre Handpumpe auf das Dorf und befreiten Dächer, Bäume und Boden vom Schnee. Doch eines der Häuser schien ein undichtes Dach zu haben und die Bewohnerin beschwerte sich bitterlich über die Sturzbäche in ihrem Heim. Der Bürgermeister forderte einen Schilling Entschädigung für die Frau. Hitchcock gab ihr zwei. "Wenn ich ihr zehn gegeben hätte, dann hätte ich das ganze Tal überschwemmen können, so hat sich die Frau gefreut."

Nach den ersten Vorführungen 1927 verschwand der Film rasch aus den Kinos, und während von allen anderen Hitchcock-Filmen noch Kopien vorhanden sind, ist "The Mountain Eagle" bis heute verschollen. Einzig die Tagebuchaufzeichnung des Meisterregisseurs, einige Filmkritiken und unlängst gefundene Fotos von den Dreharbeiten dokumentieren diese historische Filmproduktion im Tiroler Ötztal.




„The Mountain Eagle gilt heute als der weltweit meistgesuchte Film - Cine Tirol wird diese Suchaktion bestmöglich unterstützen, beweist die Produktion dieses Films im Jahre 1926 doch auf beeindruckende Weise die Attraktivität des Filmlandes Tirol schon vor vielen Jahren. Neben der filmhistorischen Bedeutung dieser zweiten Regiearbeit des Meisterregisseurs Alfred Hitchcock würde das Aufspüren und Vorführen dieses Films das Interesse der internationalen Filmbranche auf unser Land und seine alpinen Drehorte lenken und auf diese Weise neue Filmproduktionen nach Tirol führen", hofft Cine Tirol Leiter Johannes Köck. " Ob jemals noch eine Kopie vom Film selbst auftauchen wird, bleibt indes ungewiss - zweckdienliche Hinweise nehmen wir zu jeder Tages- und Nachtzeit entgegen."





Fotonachweis: Courtesy of the Academy of Motion Picture Arts and Sciences

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